12 Fragen an den Hochzeitsfotografen

Egal wer euer Fotograf wird - anbei eine kleine Sammlung von spannenden Punkten
1. Wie finde ich den richtigen Fotografen für mich?

Fotografen findenHochzeitszeitschrifen, Instagram, Internetsuche oder ganz einfach mal im Bekanntenkreis fragen, mit dem man gute Erfahrungen hatte. Oder wer einen kennt der einen kennt.
Schaut auf die Website, lasst euch inspirieren. Aber wichtig: Nicht zu sehr von irgendwelchen Präsenzen verleiten lassen. Viel wichtiger als das erste Foto, was man sieht, ist: Passt dieser Mensch zu mir? Immerhin werdet ihr vermutlich den ganzen Hochzeitstag mit ihm verbringen.
Wir sind oft so ziemlich die ersten, die die Braut und den Bräutigam sehen und die letzten, die sich verabschieden. Da ist gegenseitige Sympathie schon toll.
Ach ja, Empfehlungen und Web oder Hochglanz-Magazine: Das kennt ihr bestimmt auch: Wir haben über einen Tipp im Urlaub mal in einer Spelunke in Italien gesessen, in die wir freiwillig nie reingegangen wären… es war der absolut beste Fisch, den ich je gegessen habe. Wahnsinn!
Lasst euch inspirieren und wenn Kopf und Herz „das isses“ sagen: Mail schreiben, anrufen, Termin machen. Ganz unverfänglich mal kennenlernen. Dann wird das schon.

2. Wie viele Fotos bekomme ich?

Beispiel: 1135 Fotos sind nach meiner Auswahl bei einer 11 Stunden Hochzeit übrig geblieben. Macht 103,18 Fotos / Stunde. Das können aber auch mal 50/Stunde oder 200/Stunde sein. Spielt das eine Rolle? Nicht wirklich. Das hängt davon ab was ihr mit dem Fotografen ausmacht (alles fotografieren? Reportage?) und wie euer Rahmenprogramm ist. Jeder Fotograf wird zudem wissen wann er sich mit Fotos zurückhält – denn es ist eure Zeremonie. Die steht im Vordergrund.
Das Wichtigste ist: Eure wichtigen Momente sollen festgehalten werden. Für immer. In euren Gedanken und auf dem Bild durch den Fotografen.

3. Die haben alle so unterschiedliche „Bildlooks“, was nun?

BildlooksJeder Fotograf arbeitet unterschiedlich. Die Bildwirkung ergibt sich aus dem Ort, der Jahreszeit, dem Wetter, wie der Fotograf das bei der Aufnahme alles zusammenmischt und bei der nachträglichen Bildbearbeitung (jeder vernünftige Fotograf wird eine bestimmte Art der nachträglichen Bearbeitung anbieten). Es gibt verschiedene Looks („Bildwirkungen“, die derzeit „In“ sind:

  • Natürlich: Leichte Bearbeitung, so dass die Bilder so wirken wie ihr den Tag, den Raum, das Licht, die Stimmung wahrgenommen habt
  • Luftig, hell: Sehr kontrastarme Fotos. Wirken hell und wie mit Pastellfarbe aufgenommen
  • Kräftig: Starke und ins Auge springende Farben, hohe Kontraste

Darüber hinaus kann man natürlich noch irgendwelche Effekte ins Bild einbauen (Sterne, Herzchen…). Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Bedenkt dabei: Die Fotos wollt ihr auch noch in 20 Jahren anschauen. Das heißt: Nicht zu sehr von einer Mode verleiten lassen. Oftmals gilt: Weniger ist mehr. Dann ist es auch später noch schön. Je nachdem wo, wann und wie die Fotos aufgenommen wurden unterscheiden diese sich auch heftig. In Deutschland hat man vielleicht nur mal 30min um 14:00 Uhr, wenn die Sonne direkt vom Himmel knallt. Fotos in irgendwelchen Magazinen sind wiederum oftmals mit Models oder an einem anderen Tag als den Hochzeitstag aufgenommen. Dann kann man sich beliebige Locations suchen und auch das macht was aus.
Im Grunde genommen: Es spielt keine Rolle welcher Stil wie heißt – wenn ihr es liebt, ist es euer!

4. Warum sind Hochzeitsfotografen so verdammt teuer? Fotografieren kann doch irgendein Gast?

Fotografen kosten GeldKurze Antwort: Weil es euer Tag ist. Weil wir an dem Tag nur für euch da sind. Weil ihr noch in Jahrzehnten Freude mit den Bildern haben werdet. Das braucht Erfahrung.

Lange Antwort: Wenn ich die Preise nenne, wird geschluckt. „Aber Onkel Ernst hat doch auch eine Kamera…?!“. Sicher kann auch -nennen wir ihn mal so- Onkel Ernst schon irgendwie mit der Kamera umgehen. Vielleicht.
Doch bedenkt: Ein Hochzeitsfotograf kann aufgrund seiner Erfahrung vorausahnen was wann passieren wird. Wann der Ringtausch ist, wann er wo zu stehen hat, um DAS Bild aufzunehmen. Das ist schon was wert.
Dann die Ausrüstung. Natürlich kann man mit einer Kamera auskommen. Aber was, wenn die kaputt geht? Blöd. Hochzeitsfotografen laufen mitunter mit 10.000 – 20.000 Euro an Kameraausrüstung in der Gegend rum. Brauchen die alles zu jeder Zeit? Sicher nicht. Aber das Zeug und die Erfahrung damit umgehen zu können, egal zu welchem Moment und egal bei welchem Wetter… Das muss auch der Fotograf irgendwie finanzieren.
Naja. Versicherungen. Software. Das Rechner-Equipment. Reparaturen und nicht zuletzt ab und zu mal eine Dose Spinat für den Fotografen.

Er ist doch nur den halben Tag da! Äh. Fast. Eine Stunde Foto dauert im Schnitt mindestens noch mal das Doppelte an Nacharbeit: Fotos sichten. Sortieren. Richten. Farbe. Kontrast. Helligkeit. Umwandeln. Hochladen oder auf USB-Stick bringen… Nach jeder Hochzeit sind wir einige Zeit beschäftigt. Jedes Foto habe ich im Schnitt 5x in der Hand.
Nur für euch. Im Hintergrund. Ganz unbeobachtet. Ohne Sonne. Während alle im Biergarten sitzen… (okok, ich schweife ab).

Zum Preis: Handelt einen Paketpreis aus. Versteckte Kosten sind echt nervtötend. In ein vernünftiges Paket gehören:

  • ein digitaler Datenträger und/oder eine Galerie mit all euren Fotos
  • die Fotos sollten euch in höchstmöglicher Auflösung und Qualität gegeben werden (es gibt keinen Grund für den Fotografen hier extra Bilder in mieser Auflösung zu liefern und extra zu kassieren)
  • die privaten Nutzungsrechte sollten euch gehören (schriftlich fixieren). Sonst könnte der Fotograf darauf bestehen, dass die Fotos nicht Facebook oder so gezeigt werden. Das wäre irgendwie doof. Ihr wollt (und sollt!) die ja präsentieren
  • in den Bildern sollte kein sichtbares Wasserzeichen eingebaut sein

Macht eine klare Ansage an die Gäste: Im Standesamt oder in der Kirche fotografiert nur der Fotograf. Sonst keiner. Dergleichen bei den offiziellen Paarfotos. Das ist für alle Beteiligten viel entspannter. Wir werden bezahlt eine Top-Qualität abzuliefern. Und das werden wir auch. Onkel Ernst schieben wir gnadenlos zur Seite. Das machen wir nur für euch. Wirklich :)

5. Wie stelle ich sicher, das ich auf den Fotos gut aussehe?

Gut aussehenDas ist einfach. Zumindest einfach gesagt: Entspannt euch einfach und vertraut eurem Hochzeitsfotografen, eurer Stylistin und euren Freunden (die alle für euch da sind).
Wenn ihr entspannt seit, werden die Fotos auch perfekt. Versprochen.
Lasst euch bei der Planung (Shooting mit der Familie, Portraits, mit Freunden) immer ein bisschen Zeit. Irgendwas ist immer. Vielleicht landet gerade Vogelkot auf dem Outfit des Bräutigams… (alles schon gehabt). Mit ein bisschen Zeit wird das alles schon.

6. Sollen wir „Das erste Treffen“ Shooting machen? Was ist das überhaupt?

First LookAuch „First Look“ genannt. Eure Chance euch ganz privat als Braut und Bräutigam zu sehen. Ohne irgendwelche Gäste drumherum. Normal sieht man sich ja immer erst vor der Kirche oder vor dem Standesamt.
Aber warum nicht ein paar Minuten Zeit nehmen, dass der Bräutigam die Braut in ihrem Zimmer besucht, wenn sie fertig ist? Nehmt euch doch einen Augenblick für diesen superschönen privaten Moment. Das gibt auch super Fotos. Natürlich haut auch der Fotograf dann ab. Damit ihr euren Moment habt.
Einige machen das, andere nicht – sucht euch euren Weg. Der ist immer richtig.

7. Brauchen wir einen zweiten Fotografen?

Zweiter FotografNiemand braucht einen zweiten Fotografen oder überhaupt einen Fotografen. Aber es bringt andere Bilder aus anderen Blickwinkeln.
Wir arbeiten oft zu zweit: Ich bin für die Personen und Closeups zuständig. Ich krabble durch die Kirche, verstecke mich hinter dem Blumentopf im Standesamt um direkt am Geschehen zu sein. Sabine wiederum nimmt aus einer ganz anderen Perspektive (z.B. in der Kirche von der Chortribüne aus) die Fotos auf.
Die Kameras sind zeitlich abgeglichen.
Wenn wir nun die Fotoserie übereinander legen ergibt es ganz besondere Aufnahmen. Wirklich!

8. Wie lange im Voraus sollen wir den Fotografen buchen?

Das ist beim Fotografen genauso wie bei der Hochzeitsband oder der Location oder dem favorisierten Konditor für die Hochzeitstorte:
Die Top-Hochzeitstage sind Freitag und Samstag.
Die Top-Hochzeitssaison wiederum Mai bis August.
Da bleiben nur 32 Tage…
Will sagen: So ein halbes Jahr bis Jahr vorher kann es vorteilhaft sein. Aber wie immer: Einfach mal anrufen. Vielleicht klappts ja.
Er ist ausgebucht! Keine Panik. Einfach mal fragen wen er empfehlen würde ;)
Uns gings beim Brautstrauß genauso. Da ist man drei Monate vorher bei der Floristin und just an dem Tag ist sie für einen anderen Termin außer Haus. Warum die anderen 7 Floristen (die auf der Website genannt waren) das nicht übernehmen können habe ich nie erfahren. Aber so ist das eben mit Website vs. mal vorbeischauen. Dafür haben wir einen super Tipp von ihr bekommen. Alle glücklich. Super.

9. Das kann der doch mit Photoshop richten, oder?

Klares „Jain“.
Jeder Fotograf möchte das Bild schon direkt in der Kamera so perfekt wie möglich haben.
Wenn also der Onkel gerade das Kaugummi aus den Zähnen frimelt… dann mache ich eben ein paar Sekunden später noch ein Foto.

Das unterscheidet auch Portraitfotografie (wenige Fotos) von einer Hochzeitsfoto-Reportage (sehr viele Fotos). Wenn da eine größere Serie in Photoshop bearbeitet werden muss… das dauert riiiiichtig lange. Bei der Aufnahme und bei der späteren Entwicklung der Fotos wird das Ergebnis (somit der Bildstil) festgelegt. Fotos entwickeln (klinkt spooky, muss man aber auch bei digital noch machen) ist von Fotobearbeitung in Photoshop unterscheiden. Mit Photoshop kann man annähernd alles – aber das dauert. Und kostet eventuell extra. Klärt das nötigenfalls im Gespräch mit dem Fotografen.

10. Die wichtigen Motive wird der schon aufnehmen, oder?

Die wichtigen MotiveSprecht über das, was euch wichtig ist.
Ein erstes Kennenlernen beim Kaffee. Danach vielleicht eine Besichtigung der Location, bei der man sich noch näher kennenlernt, die Vorlieben und Interessen wahrnehmen kann. Nennt eure Wünsche dem Fotografen. Der Hund muss mit drauf? Ihr habt einen ganz speziellen Ort für euch und wollt dort Fotos? Welche Fotos liegen euch gar nicht und welche besonders? Wer muss unbedingt auf das Foto?

11. Der Esstisch. Wo setze ich den Fotografen hin?

Wo sitzt der FotografWenn der Fotograf ein bisschen Verpflegung über den Tag bekommt, freut er sich. An irgendeinem Tisch, vielleicht auch bei der Band, wird sicher ein Platz frei sein. Wenn der Fotograf zur Gruppe gehört kann er sich integrieren, Beziehungen aufbauen und über den Tag noch spannendere Fotos machen. Einfach, weil er mittendrin ist.

12. Und wann bekomme ich endlich die Fotos?

FotobearbeitungGebt uns mindestens eine, gerne zwei Wochen Zeit, zumindest bei größeren, längeren Hochzeiten. Ja, so lange dauert das. Die Fotos möchten gesichtet, sortiert und entwickelt werden. Über Nacht kommen noch mal Ideen und man veredelt die Fotos noch mal weiter. Es ist eben eine Mischung aus Kunst und Handwerk. Wenn ihr sofort nach der Hochzeit Fotos benötigt sprecht das mit dem Fotografen ab. Einzelne können natürlich schneller bereitgestellt werden.

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